Bewerbungsschreiben
Es ist logisch und leicht nachvollziehbar warum die Bewerbungsschreiben genormt sind. Denn aus der Sicht der Unternehmen, die im Extremfall tausende von Bewerbungen täglich bearbeiten müssen, wäre es ein unzumutbarer umstand aus einer Fülle von individuell gestalteten Bewerbungsschreiben die passenden heraus zu filtern. Es ist ein schmaler Grad zwischen „ganz normal“ und „übertrieben“. Was man jedoch pauschal beachten sollte, ist der wesentliche Aufbau der Bewerbungsmappe. Man sollte immer den höchsten erreichten Abschluss bzw. die höchste Qualifikation belegen die man erreicht hat. Arbeitszeugnisse sind chronologisch absteigend zu sortieren. Weiterbildungsmaßnahmen sollten so umfangreich wie möglich belegt werden. Die Verwendung eines Deckblatts ist möglich, allerdings ist dieses nur von Vorteil wenn der gestalterische Aspekt der Bewerbung einen konkreten Vorteil verspricht.
Die größte Aufmerksamkeit gilt nach wie vor, dem Bewerbungsschreiben selbst. Genau wie der Lebenslauf soll auch das Anschreiben als eigenständiges Dokument bestehen können. In den Letzten Jahren hat sich vieles auf dem Arbeitsmarkt geändert. Die Unternehmen erwarten im Anschreiben bereits eine konkrete Begründung warum man eingestellt werden sollte. Darum ist es besonders wichtig seine Stärken zur Geltung zu bringen. Dabei sollte man allerdings leere Aussagen vermeiden. Haltlose Phrasen und argumentfreie Behauptungen gehören nicht in eine Bewerbung. Schreiben Sie stattdessen Ihre Stärken heraus und suchen Sie im voraus Begründungen und Beweise für Ihre Kompetenz. Dass ein Bewerbungsschreiben fehlerfrei geschrieben und darum besonders akribisch kontrolliert werden sollte, versteht sich wohl von selbst und muss nicht näher erläutert werden. Es wird bewusst keine Mustervorlage seitens bewerbung-schreiben.at vorgegeben, da trotz der Vereinheitlichung jedes Schreiben individuell geschrieben sein sollte.
Der Kopf der Bewerbung ist je nach der aktuellen Norm variabel und lässt sich schön verändern um eine individuelle Note zu setzen. Wichtig ist vor Allem, dass das Adressfeld sowohl das eigene wie auch das des Empfängers in das Umschlagfenster passt, sofern ein solcher Umschlag verwendet wird. Unverzichtbar ist die Ort und Datumsangabe welche man entweder oben rechts oder direkt über dem Betreff ebenfalls rechtsbündig in die Bewerbung schreiben kann. Der Betreff ist grundsätzlich Fett gedruckt und sollte klar formuliert sein. Betreffangaben wie „Meine Bewerbung“ oder „Ihre Anzeige“ sind ungenügend. Es empfiehlt sich eine Formulierung wie
Bewerbung als Buchhalter
Ihre Anzeige in der Österreichischen Tageszeitung vom dd.mm.JJJJ
Die Anrede sollte direkt den Personalleiter ansprechen. Sollte dieser nicht bekannt sein empfiehlt es sich diesen entweder über die Onlinepräsenz des Unternehmens oder telefonisch in Erfahrung zu bringen, da eine Anrede in der Form „Sehr geehrter Herr XYZ“ oder „Sehr geehrte Frau XYZ“ zu bevorzugen wäre und nur im größten Ausnahmefall sollte man „Sehr geehrte Damen und Herren“ in die Bewerbung schreiben.
„Sehr geehrte Frau Hiltmann“
Der Kern des Bewerbungsschreibens besteht in der Regel aus drei Absätzen. Im ersten Absatz erläutert man seine Bewerbungsabsicht. Also man bedankt sich für das Interesse an der Bewerbung und erklärt wo man auf die Stellenanzeige gestoßen ist und was einen motiviert hat die Bewerbung zu schreiben.
„über Ihr Interesse an meiner Bewerbung freue ich mich sehr. Durch meine langjährige Erfahrung in der Finanzbuchhaltung habe ich ein breites Verständnis innerhalb der Branche entwickelt. Auch im Office-Management bringe ich fundierte Erfahrungen mit.“
Im zweiten Absatz erläutert man konkret seine beruflichen Erfahrungen und die berufsbezogenen Fähigkeiten, also die so genannten Hardskills. Hier reicht es nicht einfach wahllos begriffe wie „Belastbarkeit“ und „Teamfähigkeit“ in die Bewerbung zu schreiben. Es ist wichtig die für den Beruf entscheidenden Fähigkeiten herauszugreifen und diese richtig in Szene zu setzen. Das Ganze sollte dabei so aufgebaut sein, dass man zeigt was man kann und mit welchen mitteln man es schafft ohne dabei Schlagwörter zu verwenden.
„Mein Tagesgeschäft bei der Autoservice KG bestand im Allgemeinen aus Debitoren- und Kreditorenbuchhaltung sowie Anlagenbuchhaltung. Ich habe die Jahresabschlüsse vorbereitet, wobei ich eng mit Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern zusammengearbeitet habe. Ich war ebenso für die Projektabrechnung wie auch für die Betriebsauswertung zuständig.“
Im dritten und letzten Absatz des Kernbriefes behandelt man die Grundlagen seiner Qualifikation sowie die sozialen und persönlichen Stärken, die so genannten Softskills.
„Das MS-Office-Paket beherrsche ich sicher. Auch die Arbeit mit Datenbanken ist mir vertraut. Des Weiteren beherrsche ich Englisch und Französisch fließend. Selbstverständlich bringe ich auch die nötige Sicherheit im Schriftverkehr mit.“
Abschließend fordert man sein Gegenüber zum Handeln auf, indem man freundlich aber überzeugt sich für weitere Informationen oder ein Vorstellungsgespräch anbietet.
„Für ein Persönliches Vorstellungsgespräch stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Mathias Musterich“
Die Auflistung der Anlagen ist schon seit einiger Zeit veraltet und ist nicht erforderlich. Es empfiehlt sich das Bewerbungsschreiben von einer unabhängigen Person korrekturlesen zu lassen. Das von mir genannte Beispiel ist nur ein Muster wie es in etwa klingen könnte. Wenn man versucht seine Bewerbung konkret nach dieser Vorlage zu schreiben, macht man sich damit unnötig das Leben schwer. Da man mit etwas Überlegen eine passende Formulierung findet die für die eigenen Bedürfnisse optimal ist.
